Urlaub mit Kindern auf der Insel Lolland in Dänemark

Warum ich die letzten Wochen nichts Neues geschrieben habe? Auch ich war im Urlaub. Eine Woche durften wir auf der schönen Insel Lolland in Dänemark verbringen.

Und ja, auch wenn wir ja dieses Jahr einen recht kalten und verregneten Sommer haben, was nicht die besten Bedingungen für Dänemark bedeutete – es war echt schön!

Das erste Highlight war schon die Anreise. Wir sind mit der Fähre von Puttgarden aus rüber gefahren. Das war sehr stressfrei. Wir haben in Burg auf Fehmarn noch einen Großeinkauf gemacht (Dänemark ist ja doch deutlich teurer als Deutschland) und waren dann 40 Minuten vor der geplanten Zeit am Hafen und durften sogar eine Fähre früher nehmen als geplant. Wir saßen auf dem Sonnendeck und die Kinder fanden alles aufregend.

Fähre

Durch die frühe Fähre waren wir dann auch am frühen Abend im Ferienhaus, ein älteres, kleines, billiges, aber unseres und ganz ruhig und nah am Meer gelegen. Wir waren glücklich.

Das zweite Highlight für die Kinder war der Spielzeugkarton. Seit wir Urlaub in ruhigen Ferienhäusern machen, haben wir uns angewöhnt, vorher gebrauchte Spielsachen bei Ebay zu kaufen, die in einen großen Überraschungskarton kommen. Der musste als erstes nach der Ankunft ausgepackt werden. Die Kinder haben sich über Playmobil, Schleichtiere und Bastelkram gefreut – und wir darüber, dass wir ganz in Ruhe auspacken und kochen konnten.

Karton

Naja, das mit dem Kochen war so eine Sache. Ich hatte vergessen, Salz mitzunehmen. Bisher war das in jedem Ferienhaus da – diesmal nicht. Tipp am Rande: Vor einem Ferienhaus-Aufenthalt eine Runde durch die eigene Küche gehen und sich fragen, was man unbedingt braucht und direkt einstecken. Von Salz über Kaffee-Filtertüten und evtl. auch Fertigsaucenpulver (nutze ich sonst eher nicht, aber ich packe ja für eine Woche nicht Balsamico-Essig, Olivenöl und Co ein) bis hin zu Backpulver und Küchenrolle. Kann man auch sehr entspannt einige Wochen vorm Urlaub machen, aber ich hatte es dieses Jahr vergessen. Dadurch gab es am ersten Tag ungesalzene Nudeln, was nicht schlimm war, weil die Fertigtomatensauce genug Salz hatte) und am zweiten Tag dann Meerwasser-Suppe. Das Meerwasser habe ich durch die eingepackten Kaffee-Filtertüten laufen lassen, so dass es zumindest optisch sauber war. Ansonsten gehe ich mal davon aus, dass alle Schwermetalle und sonstigen Gifte hoffentlich zumindest stark verdünnt waren. Bisher geht es uns gut.

Suppe

Die Suppe gab es am zweiten Tag deshalb, weil wir nicht weggefahren sind. Nach einem Tag im Auto bei der Anreise wollten wir den Sonntag dann nicht wieder unterwegs sein. Also haben wir die Pausen zwischen den Regenschauern abgewartet um ans Meer zu gehen und die restliche Zeit mit den neuen Spielsachen und unseren Büchern verbracht. War sehr entspannt und hat sich sehr nach Urlaub angefühlt.

Deich

Am Montag wollten wir dann aber was unternehmen. Und Lolland ein bisschen kennenlernen. Ich hatte vorher gelesen, dass Maribo eine nette kleine dänische Stadt sein soll und genau danach stand uns der Sinn. Ein bisschen was einkaufen wollten wir auch. Salz vor allem.

Maribo hat einen leckeren Bäcker und einem netten Dom an einem netten See mit vielen netten Enten. Ansonsten waren wir von der Stadt eher enttäuscht. Das Freilichtmuseum hatte zu, einige der kleinen Geschäfte in der von uns vermuteten Innenstadt auch und irgendwie wirkte es auf uns alles eher trostlos. Eine Einkaufsstraße haben wir auch vermisst.

Maribo Dom

Also beschlossen wir kurzentschlossen, uns die nächste Stadt anzugucken, Nakskov. Da sah auf der Karte größer aus und da sollte es doch eine Einkaufsstraße geben! Auf dem Weg nach Nakskov entdeckte ich dann in der Lolland-Touri-Broschüre von der Fähre (einen Reiseführer hatten wir uns nicht besorgt, war vielleicht doch ein Fehler?), dass Maribo die beste Stadt zum Einkaufen sein soll. Und ich entdeckte auf der Karte die Straße, die wohl die Einkaufsstraße sein musste… hatten wir leider verpasst. Daher an alle zukünftigen Lolland-Besucher: Gebt Maribo eine Chance. Wir haben einfach nicht richtig geguckt!

Trotzdem hofften wir auf Nakskov. Die Stadt begrüßte uns mit einer tollen Touristen-Information, wo es Käscher zu kaufen gab, die wir am Hafen einsetzen wollten – uns es gab Gratis-Ferienpässe die allerlei Rabatte für Lolland beinhalteten, z.B. Gratis-Zugang für Kinder im Knuthenborg Safaripark. Wir bekamen für jedes Kind einen Ferienpass – und alleine dafür hatte sich der Weg nach Nakskov gelohnt. Ansonsten eher nicht. Die Innenstadt war recht trostlos, auch wenn es immerhin ein Spielzeuggeschäft gab (Jippiie), aber kein nettes Café, auch am Hafen nicht (wobei man da immerhin die Käscher ausprobieren konnte), so dass wir am Ende auf einer Bank in einem Kreisverkehr saßen und Eis aßen.. naja.

Nakskov

Dieser Tag war zum Glück der Tiefpunkt unseres Urlaubs. Weil er einfach den Erwartungen nicht entsprach.

Das tat dann aber am nächsten Tag die Robbensafari von Nysted aus. Diese hatten wir schon im Vorfeld gebucht und die Kinder freuten sich sehr darauf. Wir waren eine knappe Stunde vor der Abfahrt in Nysted – und dieses Städtchen gefiel uns sehr gut. Vielleicht auch, weil die Erwartungen jetzt niedrig waren. Nysted hat nur gut 1000 Einwohner, aber doch ein paar kleinere Geschäfte. Und auch wenn nicht alle auf hatten, es wirkte alles sehr nett. Der Hafen ist auch sehr schön und ein Stückchen hinter dem Cafe am Hafen fanden wir die „Drost“, das Boot für die Robbensafari.

Drost

Da nur Deutsche mitfuhren waren auch die Ansagen auf Deutsch, von einem sehr netten und lustigen dänischen Skipper. Wir fuhren 1,5 Stunden raus nach „Rödsande“, wo die Robben sein sollten. Das Schiff schaukelte ganz schön, was meinen Mann käsig werden ließ (zum Glück hatte er vorher eine Tablette gegen Reisekrankheit genommen), aber gerade unsere Sechsjährige fand es großartig und fragte, warum wir nicht viiiiiel öfter Boot fahren.

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Am Ziel angekommen stellten wir fest, dass wir ganz schön weit weg von der Insel halten mussten (Naturschutzgebiet, näher ran ging nicht) und selbst mit den zur Verfügung gestellten Ferngläsern war es schwer, irgendetwas auf der Insel zu erkennen. Der Skipper erklärte uns dann, dass der eine große merkwürdige Fleck ein Seeadler sei – und wegen dem seien gerade keine Robben da. Erstmal Ratlosigkeit. Aber: Wooooh: Ein Seeadler! Na und dann sind die Robben doch noch aufgetaucht, nicht auf der Insel sondern rund ums Boot, immer mal wieder steckte irgendwo eine ihren Kopf aus dem Wasser.

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Und ja, wir haben uns über diese kleinen schwarzen Punkte riesig gefreut, die Kinder waren komplett aus dem Häuschen und aufgetankt mit Glück für 1,5 Stunden Fahrt zurück. Die die Große juchzend und der Kleine bei Papa auf dem Schoß schlafend verbracht haben. In Nysted zurück haben wir dann røde Pølser und Pommes und großes Eis direkt am Hafen gegessen, Minigolf gespielt und ein paar Quallen und Fische gekäschert (und gleich wieder frei gelassen) und ja: Es war ein wunderschöner Tag!

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Am Mittwoch wollten wir uns dann ins Museum trauen, genauer in das Fuglsang Art Museum. Die Kunst dort gab einen guten Überblick über das, was Dänemark so zu bieten hat. Und besonders die Architektur war recht beeindruckend. Auch wenn man wieder nicht zu viel erwarten darf! Das Highlight ist eben vor allem ein Fenster, dass das Außen wie ein Bild einbezieht, was einfach eine tolle Idee ist.

Fuglsang

Außerdem war die Größe des Museums sehr überschaubar (super für Kinder!) und es gab sehr leckeres Eis aus der Region.

Im Anschluss haben wir vom Museum aus einen Spaziergang auf die Halbinsel „Skejten“ gemacht. Hier gibt es beeindruckende alte Eichen, freilaufende Kühe und ganz viele Vögel.

Skejten

Leider gibt es keinen echten Rundweg. Im Museum gab es zwar Gratis-Karten, aber für uns sah es so aus, als könnte man doch einen Rundweg laufen, wenn man nur ein kleines Stück überbrückt und querfeldein läuft. Also sind wir Kuhpfaden gefolgt, um das Stück zu überbrücken. Tja, was soll ich sagen, es hat natürlich nicht geklappt. Wir haben den 2. Teil des Wegs nie gefunden, waren aber immer so nah am Museum und die Halbinsel so klein, dass es für uns kein Riesenthema war.  Für die Kinder war es ein Riesenabenteuer.

Am Abend waren wir alle platt aber glücklich.

Am Donnerstag war es dann ziemlich warm und sonnig, wir hatten die letzten beiden Tage viel erlebt, also sind wir im Ferienhaus geblieben bzw. zweimal am Strand, sogar mit ganz kurz baden. Aber Brrrrr war das kalt!

Meer

Außerdem sammelten wir Brombeeren und wilde Äpfel und backten daraus Kuchen. Da ich kein Backpulver hatte, probierte ich es ohne. Ging super!

Apfelkuchen

Am Freitag dann der allerletzte Tag – und natürlich sind wir da als letztes Highlight zum Knuthenborg Safari Park gefahren. Da dank dem Ferienpass beide Kinder umsonst rein durften, haben uns dann auch die Preise nicht mehr geschockt. Im Park selbst waren wir dann überrascht, dass man viele Routen mit dem Auto fahren sollte, sowas kannten wir nicht. Aber da das Gelände groß ist, machte es Sinn und war eine tolle Erfahrung.

GiraffeGenauso wie die vielen Streicheltiere, auch wenn das eher unspektakuläre wie Ziegen und Ponys waren: Es war toll.

Pferde

Auch das Spielgelände mit Riesen-Wasserspielplatz und Mini-Achterbahn (genau das Richtige für unsere Achterbahn-Einsteigerkinder) war super. Die Kinder wollten gar nicht mehr weg. Mussten sie dann leider, weil der Park schon um 17 Uhr schloss. Aber so hatten wir in der Ferienwohnung dann noch ein bisschen Zeit, unsere Sachen zu packen, denn am Samstag ging es zurück nach Hause. Diesmal erwischten wir sogar zwei Fähren früher als geplant und wieder lief alles wie am Schnürchen.

Ein bisschen traurig waren wir, Lolland hinter uns verschwinden zu sehen. Denn es ist eine wirklich schöne, ruhige, familienfreundliche Insel, die genug Abenteuer für alle bereit hält!

 

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